StephenKing

Die Angst vor dem weißen Blatt

Stephen King meint das eines seiner größten Ängste wohl das weiße Blatt wäre. oder halt der weiße Bildschirm. Er ist wohl ein Gärtner. Und Nein. Damit meine ich nicht seine Arbeiten vor dem Haus.

Gärtner und Architekten

Gärtner werden auch Discorvery Writer genannt. Sie setzen sich vor das oben genannte weiße Blatt und fangen an zu schreiben. Sie werfen Quasi Samen auf die Wiese und schauen dann mal was daraus wächst. Sie haben keinen Plan (Im Sinne von Planung) was passiert. Architekten sind da eher genau das Gegenteil. Idee -> Konzept -> Outline -> Erste Fassung -> zweite Fassung -> … Sie machen einen Plan und verfeinern ihn immer mehr. Und wissen dann genau was sie machen müssen wenn sie anfangen zu baue… schreiben.

Die Weiße Seite ist dabei weniger das Problem. Denn ich habe ja schon eine Idee, die ich nur noch aufschreiben muss. Und wenn die da schon steht habe ich immer was an dem ich mich abarbeiten kann. Wenn ich eine Idee habe (Ausserirdische greife die Erde an. Ein Geschwisterpaar wird getrennt. Der Bruder wird von den Ausserirdischen verschleppt, die Schwester flüchtet mit dem Vater und der Mutter auf der Erde vor dem Angriff) schreibe ich daraus mein Konzept und reicher es mit Ideen an. (Die Familie gehören zu Preppern, also Leuten die sich auf den Weltuntergang vorbereiten. Die Ausserirdischen greifen nicht wie hunderttausendmal gesehen an indem ihre Raumschiffe auf einmal erscheinen, die werden auf die Erde gebeamt und machen mit Fußtruppen größtmöglichen Schaden. Der Grund des Angriffes: Menschen=Futter für die Aliens.) Wenn das soweit ist kommt als nächstes der Plot dran. Die Outline. Hier werden alle Kapitel mit ein bis drei Sätzen zusammen gefasst. Ausserdem werde für bestimmte Schlüsselszenen foreshaddowings (Epische Vordeutung) eingebaut. Danach wird dann die erste Fassung geschrieben, Kapitel für Kapitel. Hier fängt dann das an was die Gärtner immer machen. Einfach gucken was passiert und die Finger tun lassen was sie tun wollen. Buchstabe für Buchstabe. Nur mit dem Vorteil das es für jedes Kapitel ein Ziel gibt. Den Anschluss an das nächste Kapitel.

Warum ich mehr Architekt bin als Gärtner

Wegen dem Ziel. Ich weiß den Ausgang des Buches, ich weiß wo ich hin muss, weiß was ich dafür brauche. Das einzige was ich dafür machen muss ist die Kapitel so gestalten das sie nicht nach Wegbeschreibung aussieht, sondern nach echtem Leben. Mein Problem, und das teilen viele Gärtner mit mir, ist das ich beim “freien Schreiben” Planlos und ohne richtiges Ende schreibe. Meine Firguren pimmeln ein wenig rum, sind furchbar unnötig zu irgendwas motiviert das die Geschichte einfach nicht weiter bringt.

Nur Gärtner oder Architekt sein?

Es gibt imho keine reinen Gärtner oder Architekten. Die meisten die eher zum freien schreiben tendieren haben zumindest eine Idee für die Story, für coole Charaktere oder ein paar coole Szenen. Wer zum Architektentum neigt macht es eher so wie oben beschrieben. Echte Architekten würden nämlich auch die einzelnen Kapitel noch mal in drei Akte (SetUp, Confrontation, Resolution) auf zu splitten, und dann … immer kleinlicher. Bis auf Satz/Dialogebene. Ich würde mich zu 75% Als Architekt, zu 25% als Gärtner einordnen.

Es gibt kein richtig und falsch… zumindest nicht im allgemeinen

Natürlich gibt es richtig oder falsch. Für jede einzelne Person. Aber was für einen richtig und was falsch ist muss jeder selber raus finden. Man sollte beides probiert haben. Super sind dafür Kurzgeschichten. Oder halt der NaNoWriMo. Es gibt ja auch Discovery Writer die in einem durch eine Erste Fassung schreiben, daraus dann eine Outline machen, die Charaktere definieren und die zweite Fassung nach eben dieser Outline. Das wäre dann wohl 50%/50% :D

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Joseph Campbell über die Heldenreise

Joseph Campbell war ein amerikanischer Professor der Mythologie. In seinem Buch “Der Heros in tausend Gestalten(Amazon-Produktlink) hat er das Konzept der Heldenreise vorgestellt. Die Heldenreise umfasst 12 (aktuell/Monomyth) bis 17 (klassische Heldenreise nach Campbell) Schritte die in einer Story vorkommen können.  Seltener auch in anderer Reihenfolge. Aber die meisten Epischen Geschichten durchlaufen folgende Phasen:

HeroesjourneyKlassische Beispiele sind die Grieschiche Mythologie (Odysee usw.), aktuellere Starwars, Matrix, Harry Potter usw. Diese Schritte sind dabei alle in der Position verschiebbar (bedingt) und auch nicht unbedingt immer vorhanden. Die originalen 17 Schritte haben schon 5 “verloren” die nicht mehr allzu oft benutzt werden.
In einem 1-stündigen Interview stellt Joseph Campbell hier sein Konzept der Heldenreise (auf Englisch) vor. Für diejenigen dessen Schulenglisch ein wenig eingerostet ist werde ich die einzelnen Schritte der Heldenreise auch noch mal mit Beispielen vorstellen.