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Kinder brauchen Märchen und Märchen brauchen Gewalt

In meiner Recherche zu meinem Kinderbuch “Prinzessin Feuerstern” habe ich mir lange Gedanken darüber gemacht wie ich die Geschichte aufbauen soll. Wird es Kämpfe geben? Monster? Gewalt? Muss man Kinder von so etwas fern halten? Und nach längerer Suche bin ich fündig geworden und meine Einstellung wurde bestätigt. Kinder brauchen Märchen Phantastisches und sie brauchen Gewalt.

Natürlich muss das geschriebene an das Alter angepasst werden. Detaillierte Beschreibungen von Kämpfen und deren Ausgang sind natürlich unpassend. Trotzdem kann und sollte man Kinder an Gewalt heran führen. Monster dürfen also bekämpft werden. Laut Bruno Bettelheim, der sich mit dem Thema exzessiv befasst hat ist das Märchen eine entwicklingsfördernde Projektionsfläche. Er stellt in seinem Buch “Kinder brauchen Märchen” die These auf das die Märchen dem Kind die Möglichkeit geben innere Konflikte, die es in der Phase seiner seelischen und geistigen Entwicklung erlebt, zu erfassen, in der Fantasie auszuleben und dort zu lösen. Die Märchen sind für Ihn “Erkenntnisse des Lebens von Innen her”.  Die grausamen Erzählungen vermitteln dabei Lebenshilfe indem sie Schwierigkeiten des Heranwachsens thematisieren und weil sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch ihnen positiven Ausgang betonen.

Märchen, und damit auch das Phantastische, helfen Ängste abzubauen indem sie der Furcht etwas greifbares geben. “Wenn unsere Furcht gefressen zu werden, die greifbare Gestalt einer Hexe annimmt, können wir uns von ihr befreien, indem wir die Hexe im Backofen verbrennen!” Diese Katharsis, der reinigende Moment, hilft dabei diese und andere Ängste zu bewältigen. Deshalb sind Märchen nach Bettelsheims Überzeugung gerade wegen ihrer Elemente der Bedrohung und Grausamkeit den aktuellen, recht weichgespülten Kinderbüchern überlegen, den sie produzieren weder Aggressionen noch Ängste, sondern helfen bei der Bewältigung selbiger.

Ich selber sehe es genau so. Ohne die Grausamkeiten anzusprechen kann und wird der Triumph am Ende nicht so groß sein, die Erleichterung verhaltener, das Glück über den positiven Ausgang getrübt. Ich werde versuchen über meine geschriebenen Worte die kindlichen Nöte nicht zu verniedlichen, sondern “sie in ihrer Schwere ernst nehmen”, genau wie es Bettelheim bei den Märchen als positiv hervorhebt. Dabei wird natürlich sehr in Schwarz-Weiß gezeichnet, es gibt also definiertes Gut und Böse. Ich werde es mir jedoch nicht nehmen lassen eine Person einzubringen die eher als “chaotisch-neutral” ist, jedoch mit einem Hang zum Guten ;) Damit die Eltern auch was zum erklären haben :D

In einer Umfrage (die ich hier noch mal dran gehangen habe, danke für alle die bereits geantwortet haben) habe ich nach dem beliebtesten Setting gefragt. Die Umfrage bleibt noch eine Zeit offen. Durch teilen dieses Artikels helft ihr auch die Umfrage repräsentativer zu gestalten. Noch ist die Antwort sehr von meiner eigenen Filterbubble beeinflusst. Wenn man eine Steampunk-Serie mit anderen produziert und mit denen durch die “Welt” tingeltangelt ist es offensichtlich das diese Option am meisten hervor sticht.  Realistisch gesehen ist also zur Zeit “Klassische RPG-Fantasy-Welt” vorne.

In welchem Setting soll die Prinzessin Feuerstern ihren Vater, den König Feuerstern retten?

  • Dampf und Donner. Urbanes Steampunk (59%, 22 Votes)
  • Dungeons und Dragons. Klassisches RPG Fantasy (35%, 13 Votes)
  • Märchen und Mythen. Klassisches Märchensetting. (19%, 7 Votes)

Total Voters: 37

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Das Beitragsbild ist Gemeinfrei, zitierte Texte aus Bettelheim, Bruno (2006): Kinder brauchen Märchen

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