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Drehbuch Die Quadratur der Farbe Liebe – Das Board

Die Quadratur der Farbe Liebe ist ein episches Drehbuch das ich gerade schreibe. Es behandelt Themen wie Sexualität (hetero, lesbisch, schwul, sowie bisexuell) sowie Rassismus inklusive Alltagsrassismus. Es basiert auf einer recht aktuellen Idee und ein paar älteren die ich schonmal als Drehbuch angeplant hatte, bei denen aber genau das fehlte was die neue Idee dazu gebracht hat. Also, keine Idee ist verloren, kein Gedanke umsonst gedacht :)

Vorgehensweise

Einiges was sonst an Vorarbeit anfällt ist hier schon weggefallen. So habe ich die Figuren der alten Version erst mal übernommen un dann den neuen Sachen angepasst, ich musste also nicht jeden Charakter von Grund auf planen. Mach ich aber auch sonst nicht. Meist weiß ich nicht viel über die Charaktere, sondern füttere sie während der Ideensuche und der Boardphase immer mehr aus. Wie gesagt, das brauchte ich hier nicht. Ausserdem hatte ich die Grundidee schon als Textdatei, an der ich mich entlanghangeln konnte und dann die neuen Sachen passend dazwischen schieben. Erst mal wird aber das Board vorbereitet.

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Das Board ist dabei in vier Teile geteilt. Das obere Viertel sind die ersten 22% des Drehbuches, und in der klassischen Filmdramaturgie der erste Akt. Der zweite Teil ist die erste Hälfte des 2. Aktes bis zum Mittelpunk, 50%, was auch meist der Höhepunkt ist. Der dritte Teil ist dann der zweite Teil des 2. Aktes, hier geht alles irgendwie den Berg runter. Das geht bis zu 77%. Im vierten Teil, und somit dem 3. Akt geht es dann darum das alles mehr oder weniger wieder gut wird. Im groben. Auf dem Board werden dann bestimmte feste Punkte angebracht. An diesen Stellen muss was bestimmtes passieren. Ein Beispiel wäre der Punkt “All is lost” bei 68%. Das ist der niedrigste Punkt in der Story. Der Fall vom Höhepunkt bei 50% sollte also nicht zu gering sein.

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Das Board wird dann nach und nach mit Szenen und Stichworten aufgefüllt, welche die spätere Story beschreiben. Eigentlich würden die Karteikarten zweifarbig beschrieben um A- und B-Story auseinander zu halten. Da DQdFL aber kein Dramatisches Drehbuch ist, sondern ein Episches benutze ich hier vier verschiedene Farben, jedes für eine Storyline. Dramatische Drehbücher (nur um das eben zu klären) haben eine Hauptfigur welche durch die Story verändert wird (Fast jeder Hollywoodfilm, und sehr viele andere). Epische Drehbücher haben mehrere gleichgestellte Hauptfiguren. Meist werden epische Ideen jetzt jedoch als Serien geschrieben (wisst ihr noch wie ihr gedacht habt Eddart wäre die Hauptfigur bei GoT? Epic. Jede Hauptfigur ist gleichberechtigt, und kann auch ruhig sterben.) Epische Drehbücher reichen von Episodisch bis nah an der Dramastruktur, in allen Zwischenschritten. Ich würde DQdFL nahe am Drama platzieren, halten sich die vier Geschichten, die natürlich miteinander verwoben sind, doch recht stark an der Dramastruktur.

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Fast voll (da sind jetzt noch ein paar Karten dazu gekommen, und werden wohl auch noch) sieht das dann so aus wie oben. im Dritten Akt sind immer mehr Karten zwei oder sogar dreifarbig, da die Situationen für mehrere Stränge ausschlaggebend sind. Wenn das Board so weit ist gehe ich die kompletten Schritte im Kopf durch, schaue ob die Geschichte so funktioniert. Helfen tut mir dabei immer folgendes:

Der Song läuft bei jedem Drehbuch das ich schreibe. Er ist vom Aufbau perfekt, da er immer die Stimmung rüber bringt die das Drehbuch haben muss. Und das vom Timing her fast passgenau. Heißt: Der Song läuft, und ich denke die Story im Kopf durch. Das mit dem Timing bekomm ich jetzt perfekt hin, heißt ich weiß ob die Szenen zu dem passen was passieren muss. Ausserdem suche ich mir immer noch ‘nen Schwung Songs raus die Thematisch oder emotional zum Film passen. Die Liste für den Film findet ihr hier

Als nächstes kommen dann die Charaktere dran, die müssen nun ausgearbeitet werden.